Neue Erkenntnisse zu Mykotoxin-Referenzmaterialien

Zertifizierte Referenzmaterialien (CRMs) bilden das Rückgrat zuverlässiger Mykotoxinanalysen in akkreditierten Laboren. Bislang fehlte jedoch eine systematische, vergleichende Bewertung ihrer Qualität unter realen Bedingungen.

  • 30 % der getesteten Referenzstandards lagen außerhalb des zulässigen Zielbereichs, wie durch LC-MS/MS und HPLC-DAD bestätigt wurde.

  • Die Ergebnisse beider Methoden wichen um bis zu 50 % voneinander ab.

  • Mittels LC-HRMS wurden in allen Toxingruppen mehrere Verunreinigungen nachgewiesen (12 in DON, 10 in AFB1, 8 in ZON).

  • Bei den Lieferanten wurden signifikante Unterschiede in der Unsicherheitsberichterstattung und der Stabilitätsleistung festgestellt.

  • In einem Fall führte die langfristige Instabilität zu einer Zielwertwiederherstellung von lediglich ~80 %.

Wichtigste Empfehlungen

Auf Grundlage dieser Erkenntnisse schlägt der Artikel konkrete Verbesserungen der ISO 17034 -Praxis vor:

  • Die quantitative NMR-Spektroskopie (q-NMR) dient als standardisierte Methode zur Bestimmung der Reinheit von Rohstoffen.

  • Harmonisierung der Unsicherheitsgrenzen:

    • 3 % für flüssige Standards mit einer Haltbarkeit von ≤ 1 Jahr

    • 5 % für längere Haltbarkeit

  • Führen Sie eine kontinuierliche Langzeitstabilitätsüberwachung durch.

  • Fügen Sie die HPLC- und LC-MS/MS-Freigabedaten in die Analysenzertifikate für jede Charge ein.

Auswirkungen

Ziel dieser Empfehlungen ist es, die Transparenz, Vergleichbarkeit und Zuverlässigkeit von Mykotoxin-Referenzmaterialien weltweit zu verbessern – und damit letztendlich die Lebensmittel- und Futtermittelsicherheit, die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften und das Vertrauen in die Labore zu stärken.

📄 Lesen Sie hier den vollständigen Open-Access-Artikel:

https://www.mdpi.com/2072-6651/16/9/397